
Utl.: Jugendanwalt Schmid: Jugendschutz muss Thema werden
Wien (22. 2. 2007 - OTS)-Die Jugendgefährdung durch das exzessive Trinken von Jugendlichen ist unumstritten.Mehrere Gründe erleichtern es Jugendlichen, so Schmid, vermehrt dieser gefährlichen Freizeitgestaltung nachzugehen: - der Gruppendruck unter Kinder/Jugendlichen wächst, denn die peer-group ist immer mehr der eigentliche Erzieher, die Rolle der Familienerziehung gilt nicht mehr in dem Ausmaß wie früher - Kinder/Jugendliche haben genügend Geld in der Gruppe zur Verfügung um billige Alkoholika zu erwerben- Kinder werden entwicklungspsychologisch immer früher zu Jugendlichen- die Zeit der Eltern sich mit ihren Kindern intensiv auseinanderzusetzen um über dieses und andere Probleme zu sprechen ist beängstigend gering geworden- das Tempo der Gesellschaft wird schneller und schneller, daher auch das Tempo des Trinkens, Genuss ist kein Thema mehr.
Der größte Anreiz aber für Kinder/Jugendliche ist es, die Sonderaktionen der Gastronomie anzunehmen und aus den oben erwähnten Gründen sich sinnlos zu betrinken.
"Wir alle tun wirklich viel dazu, um unseren Kindern und Jugendlichen dieses exzessive Verhalten zu ermöglichen, aber die Tatsache, dass mit Kampftrinken von Jugendlichen viel Geld in der Gastronomie verdient wird, gehört raschest abgestellt", so Jugendanwalt Schmid. Das Jugendschutzgesetz sieht in allen Bundesländern das Alkoholverbot für Jugendliche unter 16 Jahren vor. Aber bei der Kontrolle der Bestimmungen in den Gastronomiebetrieben wird meist ein Auge zugedrückt.
Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien fordert daher: Verdeckte, aber effektive Kontrollen durch Kontrollteams aus Polizei, Jugendarbeit, Wirtschafts(kammer) und Jugendlichen selbst. Diese Teams sollten in kurzen, unregelmäßigen Abständen undercover an den neuralgischen Brennpunkten der Jugendszene die Einhaltung der Jugendschutzbestimmung achten und dem Profit durch Billigaktionen in Discos, Szenelokalen etc. einen Riegel vorzuschieben.
Im gestrigen Wr. Jugendschutzbeirat wurde vorsichtige Zustimmung seitens der Wirtschaftskammer Wien signalisiert. "Wenn die Gastronomie ihre schwarzen Schafe wirklich zur Verantwortung ziehen will, ist sie aufgefordert die Kontrollteams zu unterstützen. Der Jugendschutz muss auch für die Gastronomie im Bereich des Alkoholkonsums so selbstverständlich werden wie er jetzt schon z.B. für Trafikanten, Glückspielhallenbesitzer, Buchmachern und Sexshopunternehmern in anderen Jugendschutzbereichen ist", so Schmid abschließend.