Jugendkompetenzzentrum: Wiener Jugendanwalt Dr. Schmid ortet jugendpolitisches Desaster

UTL.: Zuerst Jugendgerichtshof abgeschafft, dafür wird dann Jugendkompetenzzentrum nicht gebaut

Wien (31. 07. 2008 - OTS) - Forderungen für Verschärfungen beim Strafmündigkeitsalter, der Einführung von
Straflager für gewalttätige Jugendliche sind schnell gestellt. Abgesehen davon, dass diese Maßnahmen
vollkommen ins Leere greifen, zeigt sich nun die Konzeptlosigkeit im Bereich der Jugendjustiz bei der
Streichung des Geldes für das Jugendkompetenzzentrum  ganz offensichtlich.

Wenn daher der Finanzminister das Geld für eine moderne Jugendjustiz streicht, streicht er damit die
Zukunfstperspektiven der vielen - von seiner Partei immer so gescholtenen - Jugendlichen, die mit dem
Gesetz in Konflikt kamen.
Es stellt sich daher heraus, dass die Beteuerungen, man will die Jugendlichen wieder auf den richtigen
Weg zurückführen, nur leere Worthülsen sind und eigentlich nur das Einsperren in Gefängniszellen die
jugendpolitische Antwort ist.

"Es handelt sich tatsächlich um ein jugendpolitisches Desaster, wenn man einerseits behauptet, die
Jugend wird immer krimineller, andererseits aber alles dafür tut, um straffällig gewordene Jugendliche nur
durch Haftstrafen auf ihren kriminellen Weg vorzubereiten.", so Wiens Jugendanwalt Schmid.

Das Jugendkompetenzzentrum hätte die Chance geboten kriminellen Jugendlichen klar zu machen, dass
ihr Verhalten sich gegen die Gesellschaft und somit auch gegen sich selbst richtet. Diese Chance ist nun
vorbei.

"Ich bin mir sicher, dass bei nächsten Anlassfall bald wieder eine Law and Order Maßnahme gegen
Jugendliche von einigen Parteien gefordert wird. Dass man das Jugendkompetenzzentrum nicht gebaut
hat, wird dann wohlweislich verschwiegen werden", schloss Jugendanwalt Schmid.