Ziel des Projektes war es, Mediation als ein Konfliktlösungsmodell an den Schulen des 9. Wiener Gemeindebezirks einzuführen.
Mediation bedeutet Vermittlung und ist eine aus dem amerikanischen Raum kommende Methode der konstruktiven Konfliktbewältigung zwischen allen Konfliktbeteiligten sowie eine Möglichkeit der Gewaltprävention.   
Das Konzept für das Pilot-Projekt Schulmediation wurde von der Kinder- und Jugendanwaltschaft erstellt.
Durch geregelte Abläufe und mit fachlicher Unterstützung von professionellen MediatorInnen haben Kinder, Jugendliche und Erwachsene eine konstruktive Konfliktkultur in Anlassfällen kennengelernt.

Der damalige Bezirksvorsteher des 9. Bezirkes, Herr Hans Benke, ersuchte die Kinder- und Jugendanwaltschaft 2002 Mediation an den Schulen des Bezirks zu implementieren. Dr. Anton Schmid, Kinder- und Jugendanwalt und Monika Korber, Mediatorin, übernahmen Konzepterstellung und Projektleitung. Volle Unterstützung für das Mediationsprojekt kam ebenso von der neuen Bezirksvorsteherin, Frau Martina Malyar. Die für das Projekt zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel betrugen € 20.000,-

Im Jahr 2004 beauftragte die KJA Herrn Dr.Alexander Bakos (der seither für Projektmanagement und Koordination verantwortlich ist) einen neuen Träger zu gründen. Nach sorgfältigem Abwägen wurde die Rechtsform des Vereines gewählt, dem in den entsprechenden Verhandlungen der Status der Gemeinnützigkeit zuerkannt wurde und der den Namen „together“ erhielt.

Dieser Verein führte das Projekt „Schul-Mediation für den 9. Bezirk“ weiter. 2005 erteilten die Bezirke Josefstadt (unter Frau BV Margit Kostal) und bald darauf Neubau (unter Herrn BV Mag. Thomas Blimlinger) together den Auftrag, das Konzept der professionellen Schulmediation auch für ihre Schulen zu adaptieren. In den nächsten Jahren entschieden weitere Bezirke, ihren Schulen dieses Angebot zukommen zu lassen. Derzeit betreut together Schulen in folgenden Bezirken: 3., 4., 7., 8., 9., 15., 16. und 17. Mit weiteren Bezirken werden Verhandlungen geführt.

Verhältnis der professionellen Schulmediation zur peer-Mediation: Der Begriff „Schul-Mediation“ steht für zwei sehr unterschiedliche Tätigkeitsfelder. Gemeinsam ist diesen, dass sie im System „Schule“ arbeiten um zur Lösung seiner Konflikte beizutragen. Ihre Aufgaben im Umgang mit diesen Konflikten sind unterschiedliche:
– peer-Mediation stellt sich eine vermittelnde, pädagogische Aufgabe: die Ausbildung jugendlicher Streitschlichter (oder Konfliktlotsen);
– professionelle Schulmediation hat eine unmittelbare, mediative Aufgabe: Mediation durch Erwachsene mit entsprechender Ausbildung und Qualifikation.
Professionelle Schulmediation setzt dort an, wo jugendliche Streitschlichter überfordert sind - entweder personell (z.B. Konflikte, in die Erwachsene involviert sind) oder inhaltlich (Konflikt-Themen, denen sich Jugendliche nicht mehr gewachsen fühlen).
An Schulen, an denen peer-Mediation praktiziert wird, kommt professionelle Schulmediation einfacher und schneller ans Ziel: hier sind die grundlegenden Regeln bekannt und es besteht schon eine entsprechende Konflikt-Kultur. 

Pro Jahr werden vom Verein together ca. 135 Mediationen an 75 Schulen durchgeführt!

Der gemeinnützige Verein together bietet ausschließlich professionelle Schulmediation an (und bildet keine jugendlichen Streitschlichter aus). Alle hier tätigen Mediatorinnen und Mediatoren bringen aus dem Quellenberuf einschlägige Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit und haben eine Ausbildung absolviert, die zur Eintragung in die Liste des Bundesministeriums für Justiz berechtigt (in Österreich die wichtigste Qualitäts-Marke auf dem Gebiet der Mediation).

Kooperationen: Da Mediation nicht für alle auftretenden Probleme die passende Lösung bieten kann, ist es wichtig auf andere Institutionen verweisen zu können. Einige der Institutionen, mit denen together erfolgreich zusammen arbeitet, sind zB: KJA, Amt für Jugend und Familie, Polizei, Schulpsychologie, Tamar, Institut für Erziehungshilfe, etc.

Nachhaltigkeit: Die Arbeit der Mediationsteams wirkt insofern nachhaltig, als die Beteiligten im Prozess der Lösungsfindung Strategien erlernen, die es ihnen ermöglichten zukünftige Konflikte besser zu bewältigen. Die Evaluations-Studie (p.310) beurteilt dies so: „Allgemein ist darauf hinzuweisen, dass das Mediationsmodell sowohl von der Literatur, als auch von den befragten Experten, als ein Modell der Gewaltprävention bezeichnet wird und hier auch ihre Wirkung und Nachhaltigkeit unter Beweis stellen konnte bzw. kann. Durch den Einsatz dieses Modells werden konkrete Fertigkeiten und Strategien erarbeitet und geschult, welche zu einem gewaltfreien Umgang miteinander führen und somit den Einsatz von Gewalt als nicht mehr notwendig erkennen lassen.“ Um die geleistete Arbeit noch nachhaltiger zu gestalten, entwickelte Dr. Bakos mit dem Team von together einen Kriterienkatalog für das interne Qualitätsmanagement.

Öffentlichkeitsarbeit: einerseits sollen diejeneigen, für die das Angebot der Schulmediation gedacht ist, über  mögliche Unterstützung, bzw. Kontaktmöglicheiten infomiert werden,  z.B. durch Plakate in den jeweiligen Schulen, andererseits soll das operative Budget für die konkrete Arbeit der Mediation dadurch nicht wesentlich belastet werden.

Die Homepage wurde im Rahmen eines Behindertenprojektes entworfen und vom Verein weiterentwickelt. Sie wurde absichtlch einfach und kostengünstig gestaltet und besteht aus einer Seite für Jugendliche, einer für Eltern und einer für Schulen.