Schulmediation PDF
      Schulmediation Alsergrund      
             
      Ziel des Projektes war es, Mediation als ein Konfliktlösungsmodell an den Schulen des 9. Wiener Gemeindebezirks einzuführen.
Mediation bedeutet Vermittlung und ist eine aus dem amerikanischen Raum kommende Methode der konstruktiven Konfliktbewältigung zwischen allen Konfliktbeteiligten sowie eine Möglichkeit der Gewaltprävention.
     
             
      Das Konzept für das Pilot-Projekt Schulmediation wurde von der Kinder- und Jugendanwaltschaft erstellt.
Durch geregelte Abläufe und mit fachlicher Unterstützung von professionellen MediatorInnen haben Kinder, Jugendliche und Erwachsene eine konstruktive Konfliktkultur in Anlassfällen kennengelernt.
     
           

 
      Der damalige Bezirksvorsteher des 9. Bezirkes, Herr Hans Benke, ersuchte im Herbst 2002 die Kinder- und Jugendanwaltschaft Mediation an den Schulen des Bezirks zu implementieren. Dr. Anton Schmid, Kinder- und Jugendanwalt und Monika Korber, Mediatorin, übernahmen Konzepterstellung und Projektleitung. Volle Unterstützung für das Mediationsprojekt kam ebenso von der neuen Bezirksvorsteherin, Frau Martina Malyar.      
             
      Die für das Projekt zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel betrugen € 20.000,-.      
           

 
      Mediation kann den Schulalltag für alle Beteiligten erleichtern, weil durch konstruktive Vermittlungsgespräche Spannungen aufgelöst werden, die durch Konflikte unweigerlich entstehen und auf das Schulklima wirken. Es geht um etwas Grundlegendes: um eine Veränderung der Konfliktkultur im Schulsystem.      
             
      Längerfristige Auswirkungen können folgende sein: konzentriertere und leistungsfähigere SchülerInnen, weniger Verhaltensauffälligkeiten - Aggressionsabbau, Gewaltprävention, gesündere LehrerInnen, Reduktion von Medikamenteneinnahmen, Entlastung der Eltern, Verbesserung des Betriebsklimas (Schul- und Klassenklimas)      
             
      Die folgenden 4 Punkte wurden bei den Mediationen am häufigsten bearbeitet:      
     

    * andere Kinder sind zu laut
    * mich stört, wenn sich die anderen Kinder streiten und schlagen
    * Wichtigtuerei,
    * Einmischerei

     
      Oft ließ sich der Konflikt in wenigen Gesprächen klären. Es bestätigte sich immer wieder, dass Kinder und Jugendliche besonders kreativ beim Finden von Lösungen waren. Die Vereinbarungen wurden in den meisten Fällen schriftlich verfasst.      
             
      An dem Projekt nahmen alle öffentlichen Pflichtschulen des 9. Bezirks teil: insgesamt 8 Schulen, davon 5 Volksschulen, 1 Kooperative Mittelschule, 2 Allgemeinbildende Höhere Schulen;      
             
      Es wurden 44 Mediationsfälle mit insgesamt 114,5 Mediationseinheiten durchgeführt. An den 44 Konfliktfällen waren insgesamt 397 Personen (hauptsächlich Kinder und Jugendliche, einige Erwachsene) beteiligt.      
             
      94% der Konfliktfälle fanden im schulischen Umfeld statt,
6% außerhalb.
55% der Personen, die Mediation in Anspruch nahmen, waren weiblich,
45% männlich.